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Scientology - eine Einführung

Wir laden Sie ein zu einer Einführung in die Grundlagen der Scientology, und vieles wird Ihnen bekannt vorkommen, denn unsere Philosophie enthält Wissen, das in uns selbst bereits existiert, und benutzt es, um hieraus wiederum Wissen zu schaffen.

Das Wort Scientology ist gebildet aus dem lateinischen Wort „scio“, was wissen oder unterscheiden bedeutet, und dem griechischen Wort „logos“, was in etwa mit „vernünftiger Betrachtung der Struktur“ zu übersetzen ist. 

Die Scientology ist für Menschen wie Sie und mich entwickelt worden, um sich selbst und das Dasein neu zu betrachten und so Erkenntnisse darüber zu gewinnen. Die Fähigkeit, für das Leben zu lernen und Erkenntnisse in die Tat umzusetzen, ist für jedes Individuum und für jede Gruppe von ausschlaggebender Bedeutung, denn man wird in dem Maß lebendig sein, wie man fähig ist, zu lernen.

 Diese Zeilen sollen eine Anregung für Sie sein, sich selbst neu zu betrachten und sich ein paar Gedanken dazu zu machen und sich etwas besser zu verstehen – vielleicht gewinnen Sie letztlich eine neue Sicht des Lebens. 

Das geistige Wesen

Was macht den Menschen aus? Was motiviert ihn? Was macht ihn menschlich, was macht ihn unmenschlich? Was liegt seiner Individualität zugrunde? Ist der Mensch nur die Summe seiner Erfahrungen? Ist das bewusste Dasein gar nur eine Illusion? Ist letztlich jeder Impuls auf Erfahrung gegründet?

Die Annahme, dass das Geistige im Menschen im Grunde vom Körper herrührt und von ihm abhängig ist, brachte nur mehr Verwirrung und war letztlich nicht nachweisbar. Offensichtlich kommen die besonderen Eigenschaften, die ein Individuum ausmachen und wirklich unverwechselbar machen, von einer Quelle, die wir mit physikalischen Mitteln nicht wahrnehmen können, also nicht sehen, riechen oder tasten können. Man kann es nennen wie man will: Geist, geistiges Wesen, Seele, Psyche, Individuum, oder das Selbst, – dies alles sind Begriffe oder Synonyme für das Phänomen, das man allgemein als das Ich betrachtet. Es kann durch Erfahrungen, Erziehung gestärkt, getrübt werden oder sogar scheinbar verschwinden – aber es ist immer da. Diese scheinbare Unerklärlichkeit der Psyche ist seit jeher Inspiration für Lyriker und Mystiker gewesen, ist sie doch für jedes empfindsame Wesen wahrnehmbar.

In der Scientology betrachten wir den Menschen als ein geistiges Wesen, nicht als Körper oder einen Teil des Körpers. Das geistige Wesen – wir nennen es Thetan – besitzt einen Körper und verwendet ihn als Mittel, um in diesem physikalischen Universum zu spielen. Der Mensch ist ein individuelles geistiges Wesen mit besonderen Fähigkeiten, er ist etlichen äußeren Einflüssen unterworfen und er ist auch oft deutlich geprägt von seinen Erfahrungen. Der Mensch als Ganzes ist ein Kompositum aus all diesen Faktoren, die ineinander verwoben sind, und seine Individualität ausmachen.

Jedes ausgeklügelte System, jeder noch so geniale Computer, jede raffinierte Kalkulation menschlichen Verhaltens wäre ohne ein intelligent denkendes geistiges Wesen wie Sie völlig hilflos und handlungsunfähig.

Niemals wird es eine Maschine oder ein System geben, das sich selbst so intelligent lenkt wie ein geistiges Wesen. Und nur ein geistiges Wesen kann lebendige Beziehungen zu Personen und Dingen haben und pflegen.

In den letzten Jahrzehnten gab es auch im wissenschaftlichen Bereich eine Annäherung an das Phänomen des geistigen Wesens: Ärzte wie Raymond Moody oder Elisabeth Kübler-Ross belegten durch ihre Forschung an Personen, die Nahtoderfahrungen gemacht hatten, dass der Mensch ganz klar ein geistiges Wesen ist, das alles wahrnehmen und speichern kann. Bei Tausenden von Menschen konnten sie klar feststellen, dass diese sich nach Verlassen des Körpers als geistiges Wesen erlebt hatten und auch Fähigkeiten als normal empfunden hatten, die uns staunen lassen: Die Kommunikation war völlig frei und losgelöst von den Gesetzen von Raum und Zeit, die telepathischen Fähigkeiten waren enorm ausgeprägt und die Personen konnten alle Umstände ihre Beinahetodes genauestens schildern. Dieser Umstand entkräftet auch das Argument vieler Ärzte, Nahtoderfahrungen seien „Halluzinationen aufgrund niedrigerer Sauerstoffkonzentrationen im Gehirn.“

Der Mensch ist nicht bloß die Summe seiner Gene, er ist nicht einfach ein Körper und auch nicht das Resultat seiner Sozialisation. Alle diese Dinge spielen eine enorme Rolle in unserem Leben, aber die Hauptrolle spielen Sie: Sie, das Individuum. Auch wenn es oft nicht greifbar ist, so spürt doch jeder in sich den Drang, erfahren zu wollen, wer man eigentlich ist, was einen ausmacht. Und dies ist eine Eigenschaft, die allen Wesen gemein ist: sie wollen sich erfahren, aus früheren Handlungen lernen und die Qualität ihres Daseins verbessern.

Die Motivation zum Leben

Jeder von uns stellt sich oft eine Vielzahl von Fragen: „Mache ich meine Arbeit gut genug?“; „Bin ich egoistisch, wenn ich keine Überstunden machen will?“; „Wie bringe ich meine Kinder dazu, die Hausaufgaben zu machen?“; „Liebt meine Frau mich noch?“; „Warum setzen so viele die Natur und die Umwelt für Macht und Profit aufs Spiel?“; „Warum ist der Mann meiner Freundin so gemein zu ihr?“; „Wie kommt es, dass ich mich immer so über Ungerechtigkeiten aufrege?“ Offensichtlich beschäftigen Fragen wie diese jeden Mann, jede Frau und jedes Kind. Warum gehen uns denn all diese Dinge so nahe? Vieles davon geht uns doch im Grunde gar nichts an...

Aber warum sind wir denn erleichtert, wenn der Schurke im Kinofilm besiegt wird, oder wenn der Lehrer unser Kind endlich wieder lobt, oder wenn der Chef uns anerkennend auf die Schulter klopft? Warum ist dies so? Sind das nicht völlig unterschiedliche Bereiche und Situationen? In Wirklichkeit haben sie einen gemeinsamen Nenner, und dieser gemeinsame Nenner ist Überleben! Und Überleben bedeutet für uns Fortdauer von Dingen oder Zuständen, die wir behalten möchten, auch wenn es „nur“ um das Lieblingsstofftier der kleinen Tochter, das 12 Jahre alte Auto, mit dem so viele Erinnerungen verbunden sind, oder die kriselnde Ehe des Arbeitskollegen geht. Wenn irgend etwas, das wir gern hatten oder mit dem wir emotional verbunden waren, verschwindet, erleiden wir einen Verlust. Zwar wäre es nicht besonders bedrohlich, wenn Oma’s Kaffeekanne zerbricht, wir keine Gehaltserhöhung bekommen oder wenn unser Kind eine schlechte Note in Geschichte bekäme. Aber für uns persönlich bedeutet es eine Einschränkung unserer Überlebensfähigkeit. Und betrachten Sie dies: Wie lebendig fühlen Sie sich, wenn Sie frisch verliebt sind, wenn Sie eine schöne Gehaltserhöhung bekommen oder wenn sich ein Freund bei Ihnen für Ihre Hilfe bedankt.

All dies hat mit Überleben zu tun, mit Ihrem Überleben und dem Überleben von allem, was Ihnen lieb ist – von Ihrem eigenen Körper über das Wohlergehen Ihrer Freunde bis hin zu den verblichenen Photos Ihrer Großeltern. Von all diesen Dingen möchten wir also, dass sie fortbestehen, dass sie „überleben“. Unsere Stimmung hängt also sehr davon ab, ob sich überlebensfreundliche oder überlebensfeindliche Dinge in unserer Umgebung befinden. Die Umgebung wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich wahrgenommen, denn die Wahrnehmung der objektiven Umgebung kombiniert sich mit den Erfahrungen und Schlussfolgerungen der Vergangenheit. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie stark dieser Überlebensdrang beim Menschen, aber auch in der Pflanzen- und Tierwelt, zum Tragen kommt. Die Pflanze, die sich durch den Asphalt hindurch an die Sonne drängt, die Anpassungen, die Menschen wie auch Tiere durchlaufen, um überleben zu können, wenn ihre Umwelt sich verändert, sind von solch einer Vielfältigkeit, dass wir oft darüber staunen.

Wir alle versuchen tagtäglich, unser Leben und unser Verhalten auf ein möglichst optimales Überleben auszurichten und unser Verstand arbeitet fieberhaft daran, möglichst gute Lösungen für auftretende Probleme zu präsentieren, die das Überleben behindern könnten. Auch der reaktive Ver-stand, dem wir uns bald zuwenden werden, hat als oberstes Prinzip Überleben, doch bedient er dieses Prinzip auf eine andere Art und Weise, die Ihnen, dem geistigen Wesen, die Entscheidungsfreiheit nimmt. Doch dazu kommen wir später.

Der Verstand

  • Erinnern Sie sich an Ihren letzten Urlaub?
  • Was haben Sie dort gesehen?
  • Wie fühlten Sie sich während Ihres Urlaubs?

Wohin schauten Sie, als Sie gerade nachdachten? Wahrscheinlich schauten Sie irgendwo in den Raum und betrachteten ein Bild vom Urlaub, stimmt’s? Hier ist der Speicherort für Ihre Erinnerungen und Ihre Bilder, für Ihre Gedanken und Ihre Gefühle: Ihr Verstand. Ihr Verstand ist ein Netz von Bildern, die von Erfahrungen des Individuums gemacht und von ihm aufbewahrt werden, er speichert und verwaltet Ihre Aufzeichnungen sorgfältig und benutzt sie, um daraus Schlussfolgerungen für auftretende Probleme zu ziehen. Der Verstand ist heutzutage gut mit den Begriffen der Computertechnologie zu beschreiben. Es ist offensichtlich kein Zufall, dass die modernen Computer so strukturiert sind, wie wir sie jetzt benutzen, denn ihre Funktionen haben gewisse Ähnlichkeiten mit unserem Verstand, nur dass dieser weitaus ausgeklügelter ist.

Für jedes Thema und jede Art von Wahrnehmung sind unendlich viele Ordner und Speicherplätze vorhanden. Ein Autofahrer hat spezielle „Ordner“ für die verschiedenen Wahrnehmungen wie Autogeräusche, Verkehrssituation und Geschwindigkeit. Beim Fahren reagiert er „automatisch“, aber doch wissentlich auf die jeweiligen Situationen. Man kann sagen, dass der Fahrer seinen Wagen mit Hilfe einer Automatik lenkt, doch ist diese Automatik auch Teil seines Verstandes. Alle angeeigneten Daten wie Erinnerungen und Gelerntes verknüpfen sich mit den entsprechenden Schlussfolgerungen des Individuums, die ebenfalls Teil des Verstandes sind. Wenn Sie z.B. in der Vergangenheit die Schlussfolgerung machten, dass das Fahren im Dunkeln riskant ist, dann werden Sie bei Dämmerung instinktiv langsamer fahren als sonst.

Der Verstand hat verschiedene Abteilungen, die wir uns nun ansehen werden.

Der analytische Verstand

Der Fähigkeit, analytisch zu denken und sich bewusst selbst zu lenken, ist es zu verdanken, dass wir dazu lernen können; ohne sie würden wir sicherlich noch wie wilde Tiere leben. Der analytische Verstand, auch bewusster Verstand genannt, ist der „Sitz“ der willentlichen Handlungen und er ist das wichtigste Werkzeug des Thetans. Er ist eine Steuereinheit, die in jedem Augenblick Wahrnehmungen der Gegenwart mit Erinnerungen verknüpft und dabei versucht, Lösungen für die nahe oder ferne Zukunft zu kreieren. Der analytische Verstand nimmt die Daten der Vergangenheit, schätzt sie ein und entwickelt daraus Lösungen.

Jeder überlegten Handlung geht also ein gewisser Denkprozess voraus, der die entsprechenden Daten benutzt und umsetzt. Nur selten sind wir uns der Datenmenge und Geschwindigkeit bewusst, mit der wir es hier täglich zu tun haben. Wenn Sie jemals jemanden bezüglich seines neuen Arbeitsplatzes orientieren mussten, können Sie vielleicht feststellen, wie viele Daten Sie vermitteln mussten, damit der neue Kollege gut instruiert war.

Wenn wir z.B. eine Autopanne haben und Hilfe brauchen, denken wir blitzschnell: „Ist es gefährlich, hier stehen zu bleiben?“ „Ich muss das Warndreieck aufstellen.“ „Was kann der Defekt sein... habe ich vergessen zu tanken?“ „Habe ich das passende Werkzeug dabei?“ „Wie ist die Nummer vom Pannendienst?“ Und sofort haben wir eine ganze Reihe von Daten zur Verfügung, die der analytische Verstand uns präsentiert und mit denen wir bewusst denken und sie zu Lösungen kombinieren können. Viele Denkprozesse erfordern eine gewisse Zeit, um sich zu erinnern und die verschiedenen Daten auszuwerten. Wir haben eine ziemlich gute Kontrolle über das, was in solchen Momenten geschieht, wir nehmen bewusst wahr, treffen eine bewusste Entscheidung und handeln bewusst. 

Um sinnvoll und bewusst handeln zu können, braucht der Mensch Daten in Form von Erinnerungen, Wahrnehmungen, sowie Kreativität.

Ohne kreatives Üben wird das Lernen zu einem stumpfen Einpauken von Sätzen, Formeln oder Vokabeln und nur durch sinnvolles Lernen, das auf ein Tun abzielt, wird das neue Wissen wirklich im analytischen Verstand integriert.

Beim Lernen einer neuen Tätigkeit wird der Verstand mit riesigen Datenmengen gefüttert, die es zu analysieren und zu verknüpfen gilt. Durch gründliches Üben werden schließlich Fertigkeiten erworben, die im Idealfall ohne viel Nachdenken angewandt werden können.

So weit so gut – aber wie kommt es, dass wir unseren analytischen Verstand nicht immer in einer Weise benutzen können, die uns zugute kommt? Was steckt dahinter, dass wir manchmal Situationen buchstäblich ausgeliefert sind und unsere Handlungsfähigkeit beeinträchtigt wird?

Hier kommt der reaktive Verstand ins Spiel, mit dem wir uns nun befassen.

Der reaktive Verstand

Der analytische Verstand macht es uns also möglich, Erinnerungen und Erfahrungen intelligent zu verwalten und so die Probleme des Alltags zu lösen. Der analytische Verstand agiert, seine Handlungen basieren auf wirklichen Beobachtungen, die er gemacht hat und er entscheidet, was zu tun ist. Und: Die Handlungen des analytischen Verstands sind veränderlich und flexibel. Der reaktive Verstand hingegen, wie der Begriff schon verrät, reagiert, seine Vorgänge sind Hemmung oder Zwang pur.

Der Mensch erträgt einiges an Kummer, Schock, Schmerz und Leid. Übersteigt dies aber das Maß an Belastung und Stress, den das Individuum ertragen kann, schaltet sich der analytische Verstand zu einem gewissen Grade ab. An diesem Punkt nun kommt der reaktive Verstand ins Spiel. Ge-nauso wie der analytische Verstand zeichnet er in einem Moment von vermindertem Bewusstsein sämtliche Wahrnehmungen und Umstände auf und ordnet diese fatalerweise in eine für ihn logische Kette von ähnlichen Geschehnissen ein. Sein Prinzip lautet hierbei auch „Überleben“, allerdings in der Gestalt, dass er das Individuum durch die Gleichsetzung ähnlicher Geschehnisse vor ähnlichen Folgen bewahren will. Dies ist natürlich ein tragischer Fehler.

Herr Meier ist nicht so wie sein Vater, auch wenn er ähnlich aussieht und es ist nicht von Vorteil, vor Herrn Meier zu kuschen, so wie man früher den Schlägen des Vaters entgehen konnte. Doch der reaktive Verstand versucht, weiteres Leid zu vermeiden und schaltet die Alarmlampen im Verstand an: Vorsicht, eine ähnliche Situation wie damals, als...

Für den reaktiven Verstand existiert keine Zeit, es existieren für ihn nur Ähnlichkeiten zu früheren traumatischen Situationen oder Momenten, in denen die Person von körperlichem oder geistigem Schmerz überwältigt wurde und ihr Überleben mehr oder weniger stark bedroht war.

Geschehnisse, die frühere, ernsthafte Geschehnisse restimulieren (reaktivieren) können also die Person beeinflussen: 

  • Ein Angestellter wird zu seinem Chef gerufen: „Hoffentlich werde ich nicht wieder gekündigt.“ (drohender Verlust der Anstellung, Erinnerung an frühere Kündigungen)
  • Kinder, die oft geschlagen werden, zucken schon zusammen, wenn jemand auch nur leicht die Hand hebt (drohender körperlicher Schmerz, Erinnerung an frühere Momente des Schmerzes)
  • Der Geruch der Chemikalien einer Zahnpraxis verursacht vielen Leuten Übelkeit (drohender Schmerz, Erinnerung an frühere Zahnarztbesuche)

Durch das Vorhandensein von Geschehnissen, die tatsächlichen Schmerz oder tatsächlichen Verlust enthalten, wird die Person bei einer solchen Restimulation offen für eine negative Auslegung des Geschehens durch den reaktiven Verstand. Mit anderen Worten, wenn die gegenwärtige Situation einem Geschehnis ähnelt, das eine wirkliche Bedrohung für das Überleben war, vermindert sich die Leistung des analytischen Verstands, und der reaktive Verstand zwingt dem Individuum ein bestimmtes Verhaltensmuster auf. Je mehr Ähnlichkeiten zu solchen Geschehnissen auftreten, desto heftiger ist die Restimulation. 

Der reaktive Verstand ist nicht zu Unterscheidungen fähig, er ist ausschließlich in der Lage, auf Momente des Leidens oder der Gefahr zu reagieren

Diese Macht des Unterbewussten gründet sich auf Unbekanntsein und Zeitlosigkeit. Für den reaktiven Verstand existiert keine Zeit, denn für ihn existiert es jetzt.

Bei jeder Verletzung und besonders bei stärkerer Bewusstlosigkeit zeichnet der reaktive Verstand das Geschehnis sorgfältig auf, mit allen dazu gehörenden Wahrnehmungen wie gesprochene Worte, Gerüche und Empfindungen.

Ähneln auch nur einige wenige Dinge der Gegenwart jenen Geschehnissen, die im reaktiven Verstand aufgezeichnet sind, werden diese Geschehnisse aktiviert und dem Individuum wird suggeriert, dass sich diese Bedrohung oder dieses Leid in der Gegenwart befindet. Es wurde bewiesen, dass Patienten sogar unter Narkose Unterhaltungen und Kommentare in ihrer Erinnerung aufnehmen, ohne Bewusstsein darüber zu haben. Glücklicherweise gibt es immer mehr Ärzte, die ihr Verhalten diesbezüglich verändert haben.

Lawrence West beschreibt in seinem Buch „Das Leben verstehen“ den interessanten Fall einer Frau, deren Chirurg die Operation, während sie unter Vollnarkose stand, mit den Worten einleitete: „Mein Gott, was für einen unappetitlichen Fleischberg haben sie mir da wieder einmal serviert!“ Nach der Operation wurde die Genesung der Frau durch Anspannung, Reizbarkeit, leichtes Fieber, schlechten Appetit und Verdauungsprobleme behindert. Sieben Tage später erinnerte sie sich plötzlich (aus unerklärlichen Gründen) an die Beleidigung und beschwerte sich bei einer Krankenschwester darüber. Sie fand heraus, dass solche Bemerkungen tatsächlich gefallen waren, und innerhalb von 12 Stunden lösten sich die Komplikationen und sie wurde nach Hause entlassen.

Der französische Gynäkologe und Geburtshelfer Frederic Leboyer revolutionierte die Geburtshilfe mit der „sanften Geburt“, also einer Geburt, die in einem Umfeld stattfindet, das dem Baby so wenig Reize wie möglich zumutet, kein grelles Licht, keine Gespräche während des Geburtsvorganges etc. Es ist mittlerweile erwiesen, dass diese Form der Geburt für das Baby kein traumatisches Geschehnis ist und das Kind eine gesündere Entwicklung durchläuft. Dies demonstriert die Macht, die unser Unterbewusstsein – oder sagen wir besser unser reaktiver Verstand – auf uns hat. Alle unerklärlichen Ängste, alle Zwänge, Hemmungen und unerwünschten Gefühle stammen aus dem reaktiven Verstand. Er ist für das Vorhandensein von psychosomatischen Krankheiten verantwortlich.

Die Art und Weise, wie sich traumatische Geschehnisse auf eine Person auswirken, ist sehr unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abhängig: 

  • Die Tiefe der Bewusstlosigkeit. In Vollnarkose ist der reaktive Verstand wesentlich empfänglicher für Suggestionen als in einer Schrecksekunde oder bei einer kleinen Verletzung.
  • Die Stärke des Individuums. Ein Mensch, der intensiv an seinen Vorhaben arbeitet und aktiv im Leben steht, wird weniger vom reaktiven Verstand beeinflusst werden, da seine Kraft diesen Inhalten entgegenwirkt.
  • Der momentane Zustand des Individuums. Wer körperlich müde oder anderweitig geschwächt ist, wird anfälliger sein für jede Art von negativer Beeinflussung.
  • Frühere, ähnliche Erlebnisse, die sich zu dem späteren Geschehnis hinzuaddieren und weiteres reaktives Material enthalten, erhöhen die Wirkung oder potenzieren sie sogar.

Es gibt darüber hinaus noch Faktoren im Leben, die den Zugriff des reaktiven Verstandes auf Ihr Leben und Ihre Entscheidungsfähigkeit noch verstärken können: 

  • Eine bedrohliche Umgebung
  • Minderwertige Nahrung durch einen Mangel an Vitaminen, Mineralien sowie das Vernachlässigen des Körpers
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Drogen
  • Zu wenig körperliche Bewegung
  • Die dauernde Beschäftigung mit deprimierenden oder destruktiven Dingen
  • Übermäßiges Fernsehen
  • Körperliche Krankheiten
  • Ständige Konflikte mit Freunden, Verwandten und Bekannten
  • Allgemeine Passivität im Leben
  • Kein Verfolgen von eigenen Zielen
  • Keine guten Freunde haben
  • Eine negative, pessimistische Lebensphilosophie

Sie können daher durch folgende einfachen Abhilfen dafür Sorge tragen, dass der Einfluss des reaktiven Verstandes gemindert wird: 

  • Keine ständige Beschäftigung mit bedrohlichen Nachrichten
  • Eine gute Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralien sowie das allgemeine Pflegen des Körpers
  • Übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden
  • Keine Einnahme von Drogen
  • Körperliche Betätigung
  • Die Beschäftigung mit Dingen zu vermindern, die verstimmend wirken
  • Allgemeine Weiterbildung
  • Körperliche Krankheiten behandeln lassen, wenn dies möglich ist
  • Das Lösen von Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen
  • Das Verfolgen von angenehmen Aktivitäten
  • Das Setzen und Verfolgen eigener Ziele
  • Die Beziehungen zu guten Freunden und den Menschen, die Ihnen wichtig sind, pflegen
  • Eine möglichst positive Lebensphilosophie gewinnen

Viele dieser Punkte können Sie selbst umsetzen, bei einigen werden Sie Hilfe benötigen. Wichtig ist, sich darüber bewusst zu werden, dass es verbesserungswürdige Punkte in ihrem Leben gibt und dass Sie als geistiges Wesen dazu in der Lage sind, diese zu ändern.

Im Auditing arbeiten wir konkret an der Entladung traumatischer Geschehnisse, die im reaktiven Verstand gespeichert sind, um so den Zugriff des reaktiven Verstandes auf Ihr Leben und Ihre Entscheidungsfähigkeit mehr und mehr zu vermindern.